Fix und Foxi last edited by Grax on 03/28/19 07:31AM View full history

Continues from Eulenspiegel #28.

After issue 627, the series numbering goes to v. 16 no. 1, with 16 being their 16th year.

Fix und Foxi, das ist eine deutsche Erfolgsgeschichte. In einem Land, dessen Comicmarkt hauptsächlich von Importen lebt, waren und sind sie die große Ausnahmeerscheinung im Bereich der humoristischen Comics. Der Vater der Comic-Füchse, Rolf Kauka, sah Anfang der 50er Jahre die Chancen, die das neue Genre für Deutschland bot. Er wollte deshalb eine Trickfilmproduktion aufziehen, verlegte sich dann aber auf die Produktion von Comic-Heften. Obwohl es 1951 für die serienmäßige Produktion von Comics in der jungen Bundesrepublik kaum routinierte Mitarbeiter gab, entwickelte Kauka eigene Comicfiguren und gründete den Kauka Verlag in München. Er warb erfahrene Illustratoren aus Jugoslawien, Italien und Spanien an. 1952 erschien sein erstes, noch von ihm selbst gezeichnetes Comic-Heft unter dem Titel »Till Eulenspiegel«, das in der Tradition der deutschen Fabeln, Märchen und Volksbücher angesiedelt war.

Titelheld Eulenspiegel riss das Publikum jedoch nicht vom Hocker. Zwei seiner Zaungäste hingegen kamen an! In Heft Nummer 5 war es noch Reinecke Fuchs, der Isegrim getreu einer deutschen Fabel in die Falle lockte, in Heft Nummer 6 (1953) standen dem Wolf plötzlich zwei junge Fuchsbrüder gegenüber: Das war die Geburtsstunde von Fix & Foxi. Schon in Heft 10 eroberten sie die Titelseite, ab 1955 wurde die Zeitschrift kurzerhand umbenannt in »Rolf Kauka's Fix & Foxi«. Die Zeitschrift wurde für »Micky Maus« eine ernstzunehmende Konkurrenz mit Auflagen von bis zu 400.000 Heften pro Woche.

Walt Disney, so berichtet Kauka stolz, wollte ihn deshalb einmal für das damals astronomische Jahreshonorar von 80.000 US-Dollar als Mitarbeiter gewinnen. Aber Kauka lehnte ab, blieb im Lande ... und das mit großem Erfolg. Insgesamt wurden über 750 Millionen Fix und Foxi-Hefte verkauft. Zur Beliebtheit der Comic-Füchse (unter anderem immer noch präsent in der Wendung »Ich bin fix und foxi«) trug bei, dass sich die in humoristischen Abenteuern agierenden Comic-Figuren und ihre nach und nach hinzu erfundene Familie im Lauf der Zeit fortentwickelten und grafisch ansprechender wurden. Sahen sie anfangs noch deutlich wie struppige Füchse aus, erhielten die Figuren nicht zuletzt Dank Art Director Walter Neugebauer ein stärker stilisiertes, modernes Aussehen. Es zeigte sich bald, dass der Wolf, der Gegenspieler der ersten Geschichte mit Fix und Foxi, in Zukunft ebenfalls in den Geschichten auftreten sollte. Auch er wurde neu gestylt und erhielt den Namen Lupo.

Wie Donald Duck zunächst in Burbank (dem Standort der Disney-Studios) und erst später in Duckburg (Entenhausen) wohnte, so lebten auch Fix und Foxi zunächst in einem Fix & Foxi-Dorf, das (in Anspielung an den damaligen Kauka-Wohnsitz) inoffiziell Grünwald genannt wurde. Das Dorf erhielt erst 1979 - nach einer großen Leseraktion - den Namen Fuxholzen. Für das Fernsehen haben sich die Bewohner jedoch einen Ruck gegeben und der Umbenennung ihres Wohnorts in das international verständlichere Foxburg zugestimmt.

Einen ersten kurzen Trickfilm mit Fix und Foxi hatte es übrigens 1972 gegeben. Er griff die damals noch nicht so weit verbreitete Umweltthematik auf und hieß »Sinfonie in Müll«.

Als Rolf Kauka 1973 sein Unternehmen verkaufte, hatten Fix und Foxi eine zwar nach wie vor publizistisch beständige, aber doch verlegerisch wechselhafte Geschichte. Kauka ließ die Zügel aber nie ganz aus der Hand. Selbst als er sich 1982 aus Gesundheitsgründen auf eine Farm in Georgia (USA) zurückgezogen hatte, blieb er der Herr seiner Geschöpfe, und ließ 1994 sogar die Heftproduktion einstellen, weil er mit den Redaktionsbeiträgen, um die die Comics ergänzt wurden, unzufrieden war. Ende der 90er Jahre begann der Egmont Ehapa Verlag mit der Herausgabe klassischer Kauka-Comics und in Zusammenarbeit mit der ARD und mehreren Trickfilmstudios wurde endlich der Traum verwirklicht, den Kauka von Anfang an verfolgt hatte: Fix und Foxi wurden Trickfilmhelden. Und als Trickfilmhelden traten sie auch wieder in neuen Comics auf, diesmal bei Egmont Ehapa.

Bis zu einer halben Million Kinder und Erwachsene pro Tag haben die Fix & Foxi-Zeichentrickfilme gesehen, die in der ARD und im Kinderkanal zu sehen sind. Künftig gibt es sie auch lebensgroß und zum Anfassen im Ravensburger Spieleland. Der Freizeitpark zwischen Ravensburg und Bodensee hat kräftig investiert. Fünf neue Attraktionen mit der beliebten Fuchs-Familie auf neu erschlossenem Gelände erwarten die Besucher: Eine Baggergrube mit zehn echten Baggern, Lupos Goldmine, Professor Knox Turboboote, Lupinchens Puzzle-Dschungel und Oma Eusebias Auto.

Rolf Kauka

Rolf Kauka kam am 9. April 1917 in Markranstädt bei Leipzig zur Welt. Bereits als Gymnasiast besserte er sein Taschengeld mit Cartoons für die Zeitungen »Leipziger Neueste Nachrichten« und »Weissenfelser Tageblatt« auf. Nach dem Abitur begann er ein Betriebswirtschaftsstudium, wurde aber schon bald als Soldat in den Zweiten Weltkrieg eingezogen. 1945 fand sich der von finnischen Vorfahren abstammende, gebürtige Sachse in München wieder und stellte fest, dass es an Lehrbüchern für die Studenten der Behelfsuniversitäten mangelte! Zusammen mit seinem Freund Dr. Norbert Pohl schrieb er die »Elemente der Rechtswissenschaft«, eine Kurzlehrbuchreihe für Jurastudenten. Der Autor wurde wenig später selbst Verleger, als er Heinz Ullstein und Harry Schulze-Wilde kennenlernte und mit ihnen 1949 den Heinz-Ullstein-Verlag gründete.

Als Anfang der 50er Jahre die ersten US-amerikanischen Comics den westdeutschen Markt eroberten, fand Rolf Kauka, dass eine deutsche Eigenproduktion durchaus Erfolgschancen haben müsste. So gründete Kauka 1951 den Kauka Verlag in München und warb erfahrene Illustratoren aus Jugoslawien, Italien und Spanien an. 1952 erschien sein erstes Comic-Heft »Till Eulenspiegel« in der Tradition der deutschen Fabeln, Märchen und Volksbücher. Das Heft schrieb zunächst dicke rote Zahlen. Erst als aus den Nebenfiguren Fix und Foxi die eigentlichen Helden wurden, ging es rasant aufwärts. Dazu trug nicht zuletzt die Partnerschaft mit dem Erich Pabel Verlag bei. In über 40 Jahren (von 1952 bis 1994) wurden insgesamt über 750 Millionen Hefte verkauft.

Neben seinen eigenen Geschöpfen fanden bei Kauka auch eine Reihe anderer prominenter Comicfiguren die Bühne für ihren ersten Auftritt auf dem deutschen Markt. Ein weiterer Geniestreich des deutschen Comicschöpfers ist das erste und bis heute erfolgreichste Vorschulmagazin »Bussi Bär«, das in zehn Sprachen erscheint und allein in Deutschland monatlich 300.000 Mal gedruckt wird. Egal, was Kauka anpackte, er arbeitete nach klaren Zielvorgaben: Seine Comics sollten vor allem Spaß machen, aber auch die Phantasie beflügeln, zum Denken anregen und die Kreativität fördern. Gewalt, Unmoral und ein schlechter Sprachstil war in den Kauka-Comics tabu.

Wie in anderen Comic-Imperien gab es für die Gestaltung von Fix und Foxi klare Vorgaben, wie sie 1971 in der firmeninternen Publikation »Elemente der Kauka-Comics« zusammengefasst wurden. Darin sind nicht nur die Charaktere genau beschrieben und abgebildet, sondern auch ihre Wohnungen und Häuser im Grundriss und im Detail dargestellt, damit die Welt von Fix und Foxi für den Leser immer wieder erkennbar ist.

1973 verkaufte Rolf Kauka sein Unternehmen an die englischen Verleger IPC sowie die niederländische Verlagsgruppe VNU. Als das Verlagskonsortium Ende der 70er Jahre auseinanderfiel, übernahm Kauka noch einmal das Ruder und brachte »Fix & Foxi« beim Bauer Verlag unter. 1982 zog sich der Pionier des deutschen Comicgewerbes aus Gesundheitsgründen auf eine Farm in Georgia (USA) zurück, von wo aus er das »Fix & Foxi«-Heft 1994 einstellen ließ, weil es seinen Qualitätsansprüchen nicht mehr genügte. Fix und Foxi waren aber weiterhin in Nachdrucken, auf Hörspielcassetten und im Merchandising präsent. 1998 wurde Kauka für sein Werk in der Heimat gewürdigt - mit dem Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Kauka ruhte sich jedoch nicht auf seinen Lorbeeren aus. Und so kam es endlich, nahezu fünfzig Jahre nach Erfindung der Comic-Füchse, zur ersten Trickfilmserie mit den Comic-Füchsen, die ergänzt wird von Kaukas neuer Serie um die Familie Pepperkorn und um Trenngags zwischen den Filmen, in denen Makiki auftritt.

Rolf Kauka starb am 13. September 2000 nach schwerer Krankheit in seiner neuen Wahlheimat Georgia. Auch wenn er den Vergleich gar nicht mochte - er galt immer als die deutsche Antwort auf Walt Disney - und erhielt für sein Lebenswerk daher auch das Bundesverdienstkreuz.
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